Das heutige Fahnenschwingen hat seinen Ursprung
im “Ballo dell‘insegna“, der mindestens seit
dem 16. Jh zu feierlichen, religiösen Anlässen im
Piceno aufgeführt wurde (in Teramo zum Fest der HI. Anna,
in Forcella zum Fest der Barmherzigen Muttergottes, in Ascoli
zum Fest der Mariä Himmelfahrt von Campolungo, in Falerone
zu Ehren des HI. Fortunato). Sowohl in Ascoli als auch in Falerone
war dieser Tanz an das historische Volksfest „Festa delle
canestrelle“ gebunden, bei dem man Gaben als Dank für
die Ernte darbot. Der Fahnentanz war eine Veranstaltung bei
der Geschick und Gewandtheit eine große Rolle spielten.
Dabei führte ein Tänzer mit einer Fahne, von einem
Trommler oder einer kleinen Musikgruppe begleitet, akrobatische
Kunststücke auf. Der jeweilige Heilige war auf dieser Fahne
abgebildet, die während des Tanzes nie den Boden berühren
durfte. Sie wurde von einem Fahnenträger gebracht und während
des Jahres in der dem Heiligen geweihten Kirche aufbewahrt.
Diese Tradition hat sehr alten Ursprung mit volkstümlichem
Charakter und bacchisch-karnevalesken Wurzeln, wie auch die
mittelalterlichen „Feste dei folli“ (siehe Nardi,
in Segni, simboli, spazi e colori della festa mondana medioevale,1996).
Heute treten die Fahnenschwinger nicht nur während des
Umzuges und auf dem Turnierfeld auf, denn schon in den Tagen
vor dem Ritterturnier findet ein Wettbewerb der Fahnenschwinger
statt. Die ersten Choreografen der Fahnenschwinger waren Danilo
Ciampini und Gianni Nardoni. Seit 1988 messen sich die Fahnenschwinger
der verschiedenen Sestieri in Einzel-, Paar- und Mannschaftswettkämpfen. |